11 Frauen, zurückhaltend und eher schüchtern.

Sie bezaubern durch den diskreten Charme ihrer Blondheit und ihr unwiderstehliches Lächeln.

Sie haben ein untrügliches Gespür für den modischen Ausdruck ihrer Individualität, die durch den gezielten Einsatz von eleganten Accessoires unterstrichen wird.
Sie finden immer eine leichtfüßige Art und Weise, das Archaische ihrer Weiblichkeit zu präsentieren.

Sie sind die konkret personifizierte Antwort auf alle offenen Fragen, was Frausein im Wandel der Zeiten bedeutet.


Sie sind DIE MARIECHEN.


 
     CSD Köln 2006     Schiffstour IG Jecke Vielfalt August 2006 (Fotografin: Anja Katzmarzik)    


 
Das lesbische Marientum ist eine Kunstform des ausklingenden 2. Jahrtausends und beginnenden 3. Jahrtausends n. Chr., die ihre Wurzeln im kölschen Karneval hat, (hier speziell: Karnevalssitzung der Jecken Lesben, Köln). Als Künstlerinnen verstehen sich Lesben, die "schon immer ein Mariechen sein wollten".
Schwerpunkt dieser Kunstform ist die tänzerische Darstellung von traditioneller Individualität bzw. individueller Traditionalität in vorgegebenem Rahmen, wobei Individualität sich auf die Ausdrucksweise einer jeden Künstlerin bezieht und Rahmen einerseits das Kostüm, andererseits die Gruppe und noch andererseits die Bühne als Ort der Darstellung meint. Tradition ist klar.
Untermalt werden die mühevoll einstudierten Tänze durch musikalische Klänge, die bei den Schaulustigen bekannt und beliebt sind (hier häufig: Karnevalslieder oder Schlager).
Die Künstlerinnen durchleben beim Umkleiden eine Verwandlung in Richtung auf ihr wahres Ich. Diese endet im angestrebten "Zopfgefühl", welches für das Publikum sichtbar wird im sogen. "Spass" (hier speziell: Lächeln, s.a. Tradition), den jede Einzelne während der Präsentation verspürt. Dieses Vergnügen überträgt sich regelhaft auf das Publikum, das die Übertragungsreaktion mit Lachen und Applaus honoriert (hier besonders köstlich: Brötchen der Künstlerinnen).
Die Publikumswirksamkeit wird von Veranstaltern gerne genutzt, welche diese wiederum mit einer sogen. Gage honoriert (hier besonders köstlich: Brot der Künstlerinnen).
 


Die Mariechen